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Luis Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 24.04.2007 Beiträge: 5
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| Verfasst am: 24.04.2007 17:20 Titel: Pyrit im Bach |
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Hallo,
bin ganz neu hier in diesem Forum.
Beim spazierengehen endeckten wir einen Bach (Bayerrischer Wald, Nähe Passau) dessen Sand an vielen Stellen golden schimmert.
Ich denke es ist Pyrit, der sich aus dem Stein gewaschen hat. Ich habe schon viel gesucht im Internet, bin aber nicht schlauer geworden. Pyrit kristallisiert doch mehr würfelförmig, hier aber sind es meist dünne Blättchen mit einem Durchmesser bis zu 3 mm.
Die "goldenen" Blättchen sind etwas leichter als der Sand. Wenn der Sand vom Wasser aufgewirbelt wird, setzen sich die "Goldblättchen" später ab.
Gibt es irgendwo im Internet eine Beschreibung dieses Phänomens?
Ist es wirklich Pyrit, oder gibt es auch noch andere Stoffe die so golden schimmern. (Es ist mir schon klar, dass es sich hierbei nicht um Gold handelt)
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Danke schon mal im Voraus für Hinweise!
Gruß Luis |
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steinlaus Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 52
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| Verfasst am: 24.04.2007 18:18 Titel: |
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Hallo Luis,
auch ohne Bilder... und ich nehme an, dass es vielleicht auch noch ein schöner sonniger Tag war.
Deiner Beschreibung nach dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um kleine Blättchen aus Hellglimmern (Muskovit) handeln, die bei entsprechender Lichtreflexion eine Art "Goldglanz" zeigen. Eine Beobachtung, die ich schon häufig selbst gemacht habe. Hierfür spricht auch, dass sich die "Blättchen" erst später nach dem Sand absetzen. Leider sind deine Bilder hier im Forum nicht "sichtbar".
... ei und da sind sie auf einmal.
Grüsse
steinlaus |
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Geosciences-Forum.com
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| Verfasst am: 30.08.2008 12:21 Titel: Sponsored Link |
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steinlaus Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 52
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| Verfasst am: 24.04.2007 18:52 Titel: |
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Hallo nochmal,
ich habe mir jetzt deine Bilder mal vergrößert angeschaut. Eigentlich habe ich dünne Blättchen mit Glasglanz erwartet. Auf deinen Bildern sehe ich jedoch daß die Blättchen eher matt sind und eine beige bis hellbraune Farbe zeigen. Ich vermute jetzt, dass es sich hier eher um feine Bruchstücke eines sehr fein laminierten Tonsteins (Tonschiefer?) handelt. Vor allem im nassen Zustand und bei entsprechenden Lichtverhältnissen können auch solche Tonplättchen einen "Goldschimmer" zeigen. Pyrit schließe ich auf jeden Fall aus.
Grüsse
steinlaus |
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Luis Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 24.04.2007 Beiträge: 5
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| Verfasst am: 01.05.2007 10:39 Titel: |
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Hallo Steinlaus,
Warum schließt du eigentlich Pyrit aus? Ein Goldschmied erklärte mir in der Zwischenzeit, dass Pyrit natürlich nicht immer in kristalliner Weise vorkommt. Wo kein Platz vorhanden, kann das Zeugs natürlich auch nicht kristallisieren.
Es ist auf den Fotos nicht so toll darzustellen und zu erkennen. Die Blättchen schimmern wirklich wie (etwas stumpfes) Gold. In der Farbe genau so, wie ein kleiner Pyrit Kristall, den ich mir vor vielen Jahren mal gekauft habe. Diese goldgelben Einlagerungen finden sich auch im porösen Gestein neben dem Bach. Diese Steine kann man oft mit der Hand zerbrechen.
Was mich aber am meisten irritiert. Pyrit soll ja außergewöhnlich häufig vorkommen. Bei mir haben schon öfter mal Kunden Steine vorbei gebracht, weil sie meinten sie haben Gold gefunden. Nur so massiv viel wie in diesem Bach habe ich es auch noch nicht gesehen. Wenn das Sonnenlicht auf dem Bachgrund fällt glänzt er wirklich wie Gold, und das auf vielen hundert Metern.
Auf meinen Fotos sieht das gar nicht so massiv aus. Ich nehme an, das liegt auch daran, weil ich den Sand entnommen und in einer Schale fotografiert habe. Dadurch haben sich Sand und Pyrit? wieder stärker vermischt. Im Bach legen sich die gelben Blättchen, da anscheinend leichter als der Sand, immer oben auf und geben eine geschlossene gold-gelbe Schicht.
Ich werde die nächsten Tage noch ein paar Versuche anstellen. Erhitzen, vielleicht riecht es dann nach Schwefel, die Blättchen mechanisch mal genauer ansehen, ob sie spröde sind oder biegbar usw. und dann wieder berichten!
Bis dahin
Gruß Luis |
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amphibol Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.09.2006 Beiträge: 70
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| Verfasst am: 02.05.2007 13:07 Titel: |
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Hi Luis,
Nach deinen eigenen Schilderungen kann man Pyrit eigentlich ziemlich sicher ausschliessen.
Zitat:
Im Bach legen sich die gelben Blättchen, da anscheinend leichter als der Sand, immer oben auf und geben eine geschlossene gold-gelbe Schicht.
Pyrit hat eine Dichte von 5, Sand (Quarz) nur eine von 2,65.
Wenn Möglich versuch doch mal eine Strichfarbe zu bekommen. Bei Pyrit sollte sie grünlich sein.
Gunnar _________________ Und führe uns nicht nach Kansas,
Sondern erlöse uns von den Kreationisten |
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steinlaus Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 52
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| Verfasst am: 02.05.2007 22:37 Titel: |
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Hallo Luis.
Zitat:
Warum schließt du eigentlich Pyrit aus?
- vor allem, wie auch amphibol schon schrieb, aufgrund des spezifischen Gewichtes. Und auch die Form und Farbe der "Blättchen" soweit das aus deinen Fotos ersichtlich ist, lassen mich eher auf sehr feine Tonplättchen oder als eine weitere Möglichkeit , die ich bisher nicht erwähnt habe, verwitterte Biotit (auch ein Glimmer) -Plättchen schließen, die eine ähnliche Farbe und Form aufweisen können. Wie auch Pyrit bezeichnet man dies im Volksmund als "Katzengold".
Zitat:
Diese goldgelben Einlagerungen finden sich auch im porösen Gestein neben dem Bach. Diese Steine kann man oft mit der Hand zerbrechen.
- aha... kannst du dieses Gestein, seine Lagerung und die "Einlagerungen" vielleicht etwas näher beschreiben?
Zitat:
Wenn das Sonnenlicht auf dem Bachgrund fällt glänzt er wirklich wie Gold, und das auf vielen hundert Metern.
- du hast nicht zufällig ein Foto (vom Bach) davon?
Zitat:
Auf meinen Fotos sieht das gar nicht so massiv aus. Ich nehme an, das liegt auch daran, weil ich den Sand entnommen und in einer Schale fotografiert habe.
- unter anderen Lichtverhältnissen
Mineral- und Gesteinsbestimmungen anhand von Fotos sind immer etwas problematisch. Mehr könnte ich natürlich dazu sagen, wenn ich das mit eigenen Augen bzw. mit Lupe oder Auflichtmikroskop sehe. Mal sehen was deine Untersuchungen bringen.
Grüsse
steinlaus |
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Luis Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 24.04.2007 Beiträge: 5
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| Verfasst am: 03.05.2007 14:51 Titel: |
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Hallo Gunnar und Steinlaus,
zu erst einmal Danke für euere Antorten. Ich weiß wieviel Mühe das macht, betreibe selbst ein Forum!
Scheint ja doch interessant zu werden, nachdem es nicht Pyrit ist!
Zu eueren Fragen und weiteren "Untersuchungen".
Ich habe die Blättchen mechanisch mit der Pinzette und der Lupe untersucht:
* Sie lassen sich biegen und bis ca. 90 Grad abknicken. Sind aber dann doch brüchig und fallen auseinander!
* Die Blättchen sind oft mehrschichtig wie Blätterteig, aber ganz eng zusammen.
* Bei Hitze mit dem Feuerzeug glühen sie ganz normal (verbrennen nicht leicht) wie Metall. Bei einer Sauerstoff-Wasserstoff Flamme leuchten sie kurz auf und schmelzen oder verbrennen zu einem kleinen schwarzen porösen Klumpen
* "Strichfarbe" ? weiß ich jetzt nicht genau wie Geologen das meinen. Auf dem Papier macht das Zeugs einen hellgelben oder ockerfarbenen Strich, auf Schiefer einen gelben.
Fotos vom Bach und von einem Stein werde ich die nächsten Tage nachliefern.
(Ich schicke auch gerne jemanden ein Tütchen von dem Sand und es muß nicht zurückgeschickt werden, auch wenn es Gold ist :-D )
Gruß Luis |
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Luis Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 24.04.2007 Beiträge: 5
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| Verfasst am: 04.05.2007 11:27 Titel: |
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Und hier noch die versprochenen Bilder direkt vom Bach und von einem Stein.
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Gruß Luis |
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amphibol Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.09.2006 Beiträge: 70
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| Verfasst am: 04.05.2007 13:07 Titel: |
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Hi Luis,
Zitat:
Zu eueren Fragen und weiteren "Untersuchungen".
Ich habe die Blättchen mechanisch mit der Pinzette und der Lupe untersucht:
* Sie lassen sich biegen und bis ca. 90 Grad abknicken. Sind aber dann doch brüchig und fallen auseinander!
Das klingt nach einem Glimmer für mich.
Zitat:
* Die Blättchen sind oft mehrschichtig wie Blätterteig, aber ganz eng zusammen.
Das auch.
Zitat:
* Bei Hitze mit dem Feuerzeug glühen sie ganz normal (verbrennen nicht leicht) wie Metall. Bei einer Sauerstoff-Wasserstoff Flamme leuchten sie kurz auf und schmelzen oder verbrennen zu einem kleinen schwarzen porösen Klumpen
Wohl auch. Pyrit würde, wenn geröstet, nach Schwefel stinken. Also möglicherweise Glimmer oder ein anderes Schichtsilikat. Das zweite Foto deutet es auch an. Sechseckige Plättchen. Glimmer treten oft in dieser Form auf.
Gunnar _________________ Und führe uns nicht nach Kansas,
Sondern erlöse uns von den Kreationisten |
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steinlaus Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 52
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| Verfasst am: 04.05.2007 20:41 Titel: |
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Hallo Luis,
Gunnar war schneller.
Dem Beitrag von Gunnar habe ich nichts weiter hinzuzufügen. Deine Fotos vom Bach bestätigen meine eingangs schon erwähnte Vermutung, dass es sich um Glimmerplättchen handelt. Wenn mich nicht alles täuscht ist auf deinem 2. Foto (vom Bach) ein größeres Stück auf der Bahnschiene? oder Stahlträger? zu sehen.
Gruss
steinlaus |
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Luis Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 24.04.2007 Beiträge: 5
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| Verfasst am: 05.05.2007 09:52 Titel: |
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Dann danke ich noch abschließend für euere Hilfe, wieder was dazu gelernt!
:steinlaus Das größere Stück Glimmer liegt auf einen Ziegelstein!
Schönes Wochende
Gruß Luis |
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Pentagonit Foren Amateur

Anmeldungsdatum: 07.11.2007 Beiträge: 29
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| Verfasst am: 10.11.2007 10:12 Titel: |
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Es handelt sich für mich eindeutig um Serizit, einem Hellglimmer, der dem Muskovit zuzurechnen ist! Kein Zweifel!
Serizit stellt eine besonders feinschuppige Art von Muskovit dar. Serizit wird auch als feinschuppiger Hellglimmer bezeichnet.
Gruß Peter _________________ Rufe stets: "Glück auf!" Dann ist der "Steine-Sammler" auch gut drauf! |
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