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Forschungsergebnis Uranbergarbeiterstudie


 
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crueger
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Anmeldungsdatum: 03.09.2006
Beiträge: 23


Verfasst am: 17.10.2006 12:44    Titel: Forschungsergebnis Uranbergarbeiterstudie

Ergebnisse der weltweit größten Uranbergarbeiterstudie veröffentlicht

Lungenkrebsrisiko bleibt länger erhöht als bisher angenommen

"Die Ergebnisse der deutschen Uranbergarbeiterstudie zeigen ein
deutlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei radonexponierten
Bergarbeitern. Damit werden bisherige Annahmen zum Lebenszeitrisiko
für Lungenkrebs bei radonbelasteten Bergarbeitern erhärtet. Die neue
Studie weist aber darauf hin, dass ein Exponierter das erhöhte
Lungenkrebsrisiko länger in sich trägt als bisher angenommen wurde",
sagte Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz
(BfS) heute in Salzgitter. "Insbesondere die bisherige Annahme, dass
das Risiko mit zunehmender Zeit nach Exposition deutlich abnimmt, muss
korrigiert werden", so König weiter. Die neuen Ergebnisse des BfS
zeigen, dass dies nicht der Fall ist.

Die jetzt im British Journal of Cancer veröffentlichten Analysen
dienten der Überprüfung des vorhandenen Wissens über den Zusammenhang von beruflicher Radonbelastung im Bergbau und dem Lungenkrebsrisiko.Das bisher vorhandene Wissen basiert auf der gemeinsamen Auswertung von 11 Bergarbeiterkohorten aus sieben verschiedenen Ländern. Die
deutsche Personengruppe (Kohorte), welche 59.000 Bergarbeiter umfasst
ist alleine so groß, wie die 11 Kohorten zusammen. Gegenüber den 11
Kohorten ist die deutsche Kohorte in sich homogener und stellt somit
nicht nur aufgrund ihrer Größe eine sehr gute Basis zur Überprüfung
bestehenden Wissens dar. "Damit wird die internationale Basis für das
Wissen und die gesundheitlichen Effekte bei dieser Berufsgruppe nahezu
verdoppelt", sagte König.

Alle Studien zeigen, dass das Risiko mit steigender Strahlenbelastung
zunimmt. Nach der Exposition bleibt dieses Risiko aber nicht in
gleicher Höhe bestehen sondern nimmt mit zunehmender Zeit seit der
Exposition ab.

Die neue BfS Studie, zeigt, dass das höchste Lungenkrebsrisiko im
Zeitraum zwischen 15 und 24 Jahren nach der Exposition, also später
als bei den bisherigen Studien beobachtet wurde. Das Risiko nimmt aber
mit zunehmender Zeit nach erfolgter Exposition nicht so stark ab, wie
bisher angenommen. Auch die Abnahme des Risikos mit zunehmendem Alter
ist in der neuen BfS Studie weniger deutlich ausgeprägt als bei den
bisherigen Studien. Das Risiko ist also auch hier höher als bisher
angenommen.

Es zeigt sich, dass Uranbergarbeiter das Risiko an Lungenkrebs zu
sterben länger in sich tragen, als bisher gedacht. Allein von den
59000 in der Studie erfassten Bergarbeitern ist zu erwarten, dass über
7000 an Lungenkrebs sterben werden.

Vor dem Hintergrund des Ausbaus des Uranerzbergbaus, vor allem in
Australien und in Afrika, sind die Ergebnisse der BfS-Studie für den
Strahlenschutz von besonderer Bedeutung.

Im weiteren Verlauf der Analyse der Kohorte werden vor allem die
Auswirkungen kombinierter Belastungen durch Strahlung, Arsen und Staub
auf das Lungenkrebsrisiko im Vordergrund stehen sowie die Analyse des
Risikos für andere Krebserkrankungen.


Hintergrund Uranbergarbeiterstudie:

Mit dem Ziel, insbesondere die strahlenbedingten gesundheitlichen
Auswirkungen des Uranerzbergbaus in Deutschland besser einschätzen zu
können, hat das Bundesamt für Strahlenschutz nach der deutschen
Vereinigung entsprechende Untersuchungen mit Unterstützung des
Bundesumweltministeriums begonnen. Hierzu wurde eine Kohorte
(definierte Personengruppe) von Personen zusammengestellt, die in
Sachsen und Thüringen im Uranerzbergbau beschäftigt waren. In
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (z.B. den
Berufsgenossenschaften) ist es dem BfS gelungen, mit 59.000 Personen
die weltweit größte Kohorte von beruflich radonexponierten
Bergarbeitern aufzubauen.
In einer Kohortenstudie wird das Gesundheitsgeschehen in einer
definierten Personengruppe über eine bestimmte Zeit beobachtet und
dann mit der beruflichen Belastung in Verbindung gebracht. Bei den
Bergarbeitern ist es die Strahlenbelastung durch Radon. Der größte
gesundheitliche Schaden durch Radon ist das Auslösen von Lungenkrebs.
So wurden seit den Beginn des Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen
(1946) bis 1999 rund 7.700 Lungenkrebsfälle als beruflich bedingt
anerkannt. Jährlich kommen immer noch fast 200 Fälle hinzu.


Quelle: idw/ Bundesamt für Strahlenschutz
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Verfasst am: 20.11.2008 11:41    Titel: Sponsored Link



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