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Frage zur glazialen/periglazialen Entwicklung im Südschwarz.
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| Autor |
Nachricht |
harada Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 07.03.2006 Beiträge: 7
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| Verfasst am: 07.03.2006 17:28 Titel: Frage zur glazialen/periglazialen Entwicklung im Südschwarz. |
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Hi ich bräuchte mal Hilfe von euch Experten!
Ich lerne hier gerade auf ne Bodenkundearbeit und habe folgende Frage auch schon teilweise beantwortet. Kann mir jemand die fehlenden Komponenten sagen. Bzw. mir bei den unbeantworteten Fragen helfen?
Wäre echt nett!
Hier die Frage:
[b]Den Südschwarzwald kann man in glaziale und periglaziale Lanschaften einteilen. Beantworten Sie dazu folgende Fragen.
a)Welche Materialien bilden jeweils das Ausgansgestein.
b)Welche Böden haben sich auf diesen Ausgangsmaterialien typischerweise ausgebildet.
c)Nennen Sie die Gründe füpr die unterschieldiche Entwicklung im glazialen und periglazialen Raum.
d)Gehen Sie kruz auf die jeweilige Schlüsselprozesse der jeweiligen Bodenbildungen ein. An welchen geländemorphologischen Besonderheiten erkennt man ein glaziale Landschaft.
zu a)Periglaziale Schuttdecken/Fliesserden
b) Sedimente??? Schwemmkegel?`
b) ---------------------------------------
c) Glazial:
Alte Böden und frisch verwitterte Böden wurden vom Gletscher abgetragen (Schürfwirkung) und als Moräne abgelagert
Periglazial:
Nicht von Gletschern bedeckte Zone
Gletscherschmelzwassersedimente --> gut sortiert /Schotter
Kryoturbation/intensive physikalische Verwitterung/Bildung von Eis und Sandkeilen/Solifluktion im geneingten Gelände
d) Moränen (Endmoräne/Grundmoräne), Schotter .....gibt´s noch mehr???
So das sind meine Antworten was haltet ihr davon?
Vielen Dank im Voraus
harada |
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Paketschubser Vielposter

Anmeldungsdatum: 04.02.2006 Beiträge: 140
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| Verfasst am: 07.03.2006 19:50 Titel: |
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Also viel Ahnung von dem Thema habe ich ja nicht und rein geographisch gehört der Schwarzwald, für einen Fischkopp wie mich, eindeutig zur Mittelmeerregion, wir beschäftigen uns hier aber Meer(Du verstehst) mit Nord- und Ostsee. Aber versuchen wir es doch mal :
a)Welche Materialien bilden jeweils das Ausgansgestein.
Deine Antwort:zu a)Periglaziale Schuttdecken/Fliesserden
b) Sedimente??? Schwemmkegel?`
a:periglazial: ja, aber auch Lößbildung in den Kaltsteppen, man könnte auch noch die Sander vor den Gletschern hinzunehmen
b: glazial: Hauptsächlich wohl Moränen, also Grund-, Innen-, Seiten- und Endmoränen, möglicherweise auch Grundgebirge wenn der Gletscher die Sedimente abgeschabt hatte. Bei Schwemmkegeln und Sanderflächen ist das so eine Sache, sind die periglazial weil vor dem Gletscher abgelagert oder postglazial weil meist beim Abschmelzen der Gletscher entstanden?
b)Welche Böden haben sich auf diesen Ausgangsmaterialien typischerweise ausgebildet.
Deine Antwort:b) ---------------------------------------
Hab auch keine Ahnung aber vermutlich irgentwelche Braunerden (Parabraunerden) aus den Moränen, Podsole aus den Sandern aber aus den Solifluktionsböden und Schuttfächern?
c)Nennen Sie die Gründe füpr die unterschieldiche Entwicklung im glazialen und periglazialen Raum.
Deine Antwort: Glazial:
Alte Böden und frisch verwitterte Böden wurden vom Gletscher abgetragen (Schürfwirkung) und als Moräne abgelagert
Periglazial:
Nicht von Gletschern bedeckte Zone
Gletscherschmelzwassersedimente --> gut sortiert /Schotter
Kryoturbation/intensive physikalische Verwitterung/Bildung von Eis und Sandkeilen/Solifluktion im geneingten Gelände
glazial:ja, aber nicht nur Abtragung sondern auch Akkumulation in Form von Grundmoränen, Hauptunterschied ist das im glazialen Raum Dauerfrost herrschte (daher wenig Frostsprengung, kaum Kryoturbation), im Periglazial herrschte Permafrost. Sonst Periglazial ok, aber die Gründe für die genannten Erscheinungen ist halt der Permafrostboden und die Tages und Jahreszeitlichen Auftau-Gefrier- Wechsel.
d)Gehen Sie kruz auf die jeweilige Schlüsselprozesse der jeweiligen Bodenbildungen ein. An welchen geländemorphologischen Besonderheiten erkennt man ein glaziale Landschaft.
Deine Antwort:d) Moränen (Endmoräne/Grundmoräne), Schotter .....gibt´s noch mehr???
Schlüsselprozesse:siehe c. also Dauer vs. Permafrost, Postglazial natürlich noch Humusbildung, Auswaschung und Ausfällung von Bodeninhaltstoffen (Lößkindel, Orterde, Ortsteinbildung) etc.
Geländemorphologie: Gletscherschliff am anstehenden Gestein, dadurch rundliche Bergformen (im Gegensatz zum Beispiel zu den Alpen deren Gipfel oberhalb der Gletscher lagen, sog. Nunataker). Oser, Kames, Drumlins, Sander,Urstromtal. Wenn Dir diese Begriffe nichts sagen einfach mal Googeln dann muss ich mir hier nicht den Wolf tippen.
Hoffe ich konnte ein bischen weiterhelfen das Paketschubserle
ps.: Wegen der Böden solltest du mal in Scheffer F., Schachtschnabel P., 1984: Lehrbuch der Bodenkunde. F. Enke Verlag. Stuttgart. nachschauen, hat jede gut sortierte UB. Is sowas wie die heilige Schrift für Bodenkundler. _________________ Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.) |
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Perdakon Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 11.02.2006 Beiträge: 45
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| Verfasst am: 07.03.2006 23:13 Titel: |
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Hallo harada,
naja, ein bißchen wurmt mich die Frage ja schon, immerhin komme ich ja aus der Gegend und studiere auch dort, aber Bodenkunde ist nicht ganz mein Gebiet.
Wegen Frage A kannst du ja mal auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldberg_im_Schwarzwa ld#Geologie.2C_Tektonik_und_Gestein_des_Feldberges
(Der Link ist mal wieder zu lang, also kopieren und einfügen)
gehen. Der Feldberg ist ja einer der bekanntesten und typischsten Berge unserer Region. Da findest du auch viel über die Morphologie und Bodenbildung
Zu B habe ich das gefunden:
Der Südschwarzwald ist überwiegend aus Gneisen und Graniten aufgebaut. Wichtigste Böden sind verschiedene Typen von Gleye, Torfböden, Braunerden und Podsole (WIMMENAUER & SCHREINER 1990).
Zur C hab ich auch nichts anderes gefunden, klingt aber logisch
Zu D gibt es vielleicht noch folgendes:
Die Morphologie in glazialen Gebieten bietet ja gewisse Besonderheiten. Die mitgeführten Gerölle formen die Landschaft ja erheblich und hinterlassen aufgeschürftes Lockermaterial (Exaration), Schleif-, Schramm- und Kratzspuren durch die im Eis eingeschlossenen Gesteinstrümmer am Untergrund des Gletschers (Detersion) und es werden Gesteinskomponenten durch die Fließbewegung des Eises herausgebrochen, zumndest bei "klaten Gletschern" (Detraktion)
Es gibt dazu noch einige Informationen im Press&Siever, ab Seite 396 (3.Auflage), normalerweise empfehle ich den nicht, da ich kein großer Fan dieses Ami-Schinkens bin, die wissen nicht mal was Flysch ist! Aber hier stehen einige gute Infos drin und da es zu den Standardwerken gehört, hat es auch jede UB.
So... puh.... ich hoffe ich konnte dir damit zumindest ein bißchen weiterhelfen,
Gruß,
Perdakon _________________ Geologie ist keine exakte Wissenschaft! |
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Perdakon Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 11.02.2006 Beiträge: 45
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| Verfasst am: 07.03.2006 23:17 Titel: |
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ah,
zu B muß ich Paketschubser noch recht geben, Schuttfächer sind hier unten sehr typisch, immerhin wohne ich auf einem.
Tja, manchmal sind eben die naheliegensten Dinge die Fernsten.  _________________ Geologie ist keine exakte Wissenschaft! |
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Geo Administrator

Anmeldungsdatum: 15.11.2003 Beiträge: 27
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| Verfasst am: 08.03.2006 15:07 Titel: |
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Hi,
« Perdakon » hat Folgendes geschrieben:
Für Links bitte unbedingt den BBCode [url][/url] verwenden, dann werden lange Internetadressen auch nicht gekürzt:
Code:
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Feldberg_im_Schwarzwald#Geologie.2C_Tektonik_und_Gestein_des_Feldberges[/url]
ergibt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldbe...nd_Gestein_des_Feldberges
Weitere Fragen mit Antworten und Hinweise zum BBCode gibt es hier
Grüße
Geo
Zuletzt bearbeitet von Geo am 08.03.2006 23:42, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Perdakon Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 11.02.2006 Beiträge: 45
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| Verfasst am: 08.03.2006 15:33 Titel: |
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Vielen Dank für den Tip Geo,
das mit den links wahr schon etwas nervig, in Zunkunft werde ich den BBCode verwenden. _________________ Geologie ist keine exakte Wissenschaft! |
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Paketschubser Vielposter

Anmeldungsdatum: 04.02.2006 Beiträge: 140
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| Verfasst am: 08.03.2006 18:30 Titel: |
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Hab noch was vergessen, steht glaube ich aber auch auf der Feldbergseite die Perdakon dir gepostet hat. Typisch für glazial geprägte Landschaften sind auch noch Seen und Moore. Die Gletscher bilden Hohlformen zum Beispiel Zungenbecken oder Toteislöcher etc. diese füllen sich mit Wasser und verlanden langsam. Beim Zungenbecken kommt häufig (eigentlich immer) noch hinzu das sich das Schmelzwasser erst an der Endmoräne staut bis das Wasser durch die Moräne durchbricht und diese z.T. wegreißt, das Zungenbecken bildet dann einen flachen Sumpf mit Wasserflächen aus dem ein Moor werden kann. Besondere Bedeutung haben die Moore natürlich in Norddeutschland durch den Anstieg des Meeresspiegels um 130 Meter, wodurch natürlich auch der Grundwasserspiegel angehoben wurde.
Und Perdakon wohnt also auf einem Schuttfächer, bei uns sind die Studentenwohnheime eigentlich noch in einem recht guten Zustand.
Gruß das Paketschubserle _________________ Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.) |
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Perdakon Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 11.02.2006 Beiträge: 45
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| Verfasst am: 08.03.2006 18:55 Titel: |
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hm, interessant,
das erklärt die ganzen Hochmoore im Südschwarzwald.
Man lernt doch immer was dazu. _________________ Geologie ist keine exakte Wissenschaft! |
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harada Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 07.03.2006 Beiträge: 7
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| Verfasst am: 10.03.2006 20:34 Titel: |
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Hi!
Mit sooo vielen Antworten hätte ich ja echt nicht gerechnet! Und schon gar nicht hätte ich damit gerechnet, dass ihr euch so ne Arbeit macht! Ist n echt cooles Forum!
Hatte die letzten Tage übrigens kein Netz, weswegen ich erst jetzt antworte!
Also vielen Dank an euch alle erstmal, werde das ganze Thema dieses Wochenede nochmal durchkauen und mich eventuell nochmal melden wenn noch Unklarheiten sind!
danke nochmal
Gruss
harada |
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Perdakon Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 11.02.2006 Beiträge: 45
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| Verfasst am: 10.03.2006 23:52 Titel: |
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Danke harada,
ist schön wenn man Feedback bekommt, kannst ja dann mal schreiben wie es gelaufen ist.
Gruß,
Perdakon _________________ Geologie ist keine exakte Wissenschaft! |
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Younger Dryas Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 16.03.2006 Beiträge: 110
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| Verfasst am: 17.03.2006 10:40 Titel: |
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@ harada,
mich würde interessieren, woher, bzw. von wem, bzw. von welcher Uni die Ausgangsfrage stammt.
Denn allein die Fragestellung spricht für einen gewissen Mangel an Regionalkenntnis. Und es wäre für korrekte Antworten wichtig zu wissen, ob eine allgemeine Ableitung gefragt ist, die sich im S-Sw teilweise nicht nachvollziehen lässt, oder ob es um die tatsächlichen regionalen Verhältnisse geht. |
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harada Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 07.03.2006 Beiträge: 7
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| Verfasst am: 17.03.2006 11:37 Titel: |
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Hi Younger Dryas!
Na ich vermute mal, dass die Frage schon direkt auf die regionalen Begebenheiten abgezielt hat. Ich meine der Südschwarzwald ist ja direkt als Beispiel genannt. Die Frage stammt vom Institut für Bodenkunde an der Albert Ludiwigs Uni in Freiburg.
Gruss
harada |
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Younger Dryas Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 16.03.2006 Beiträge: 110
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| Verfasst am: 17.03.2006 12:07 Titel: |
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dann würde ich Dir empfehlen, in die Habilschrift von Stahr (1979) zu sehen, sowie als Vergleich die Doktorarbeit von Raab (ca. 2002) aus dem in vielem vergleichbaren Bayerischen Wald zu Rate zu ziehen, wo es mit moderneren Konzepten um die Frage der Identifikation und die Pedogenese von bzw. auf glazialen im Vergleich zu periglazialen Sedimenten geht.
Der m.E. wichtigste Unterschied, der oben ja schon einmal andiskutiert wurde, ist darin zu sehen, dass bei den periglazialen Deckschichten sogen. Mittellagen auftreten können, das sind lößbeeinflusste Solifluktionssedimente, die auf den Tills fehlen, da diese jünger oder gleichaltrig sind. Lediglich die Hauptlage, ein ziemlich geringmächtiges aber ebenfalls lößhaltiges periglaziales Sediment, das aus dem Spätglazial stammt, überzieht beide. In Abhängigkeit von der Mächtigkeit (und den jeweiligen Anteilen) der Lößderivate ändern sich die Pufferfähigkeiten. Demnach sind die Podsole auf den Tills etwas weiter verbreitet als auf den Deckschichten, wo etwas häufiger Braunerden vorkommen. Mit echten Parabraunerden ist dann in etwas niedrigeren Höhenlagen dort zu rechnen, wo auch Mittellagen auftreten.
Die glazifluvialen Ablagerungen spielen im S-Sw nur eine geringe Rolle und sollten dort auch nicht als Sander bezeichnet werden. Aus geomorphologischer Sicht ist ein großes Problem - das hat die Arbeit von Raab deutlich gemacht -, dass nur ein kleiner Teil des Tills die Oberflächenform von Moränen hat (ich erinnere mich im S-Sw eigentlich nur an die Gegend um Menzenschwand), viel Till ist aber als flächiges, kaum reliefiertes Sediment zu finden. Von daher ist eine bodengeographische Differenzierung beider Sedimenttypen höchst problematisch, da die Verbreitung der Tills über die Moränen hinaus kaum bekannt ist.
@Perdakon, die Hochmoore dort sind nur zu einem kleinen Teil durch das glazigene Relief zu erklären. Die meisten finden sich über stark stauenden Substraten, häufig Relikten einer tropoiden Verwitterung, vielfach sogar in Plateaupositionen. |
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