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fließrichtung nordeuropäischer ströme
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| Autor |
Nachricht |
maxvolz Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 25.11.2005 Beiträge: 1
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| Verfasst am: 25.11.2005 20:10 Titel: fließrichtung nordeuropäischer ströme |
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ich habe vor einiger zeit die folgende frage in "meinem" gartenforum gestellt und darauf höchst widersprüchliche antworten bekommen. deshalb müssen jetzt die profis ran. herzlichen dank schon jetzt für die richtige antwort.
gruß
ich habe mich oft gefragt, warum die großen flüsse europas und asiens, die in die nordsee, bzw.das eismeer fließen, alle eine nordwestliche richtung haben. neulich hat einer behauptet, ohne das aber erklären zu können, das käme von der erdrotation. weiß jemand mehr dazu?
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Selenit Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 19.11.2005 Beiträge: 40
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| Verfasst am: 26.11.2005 12:31 Titel: |
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Hi,
die Ursache für das Phänomen ist in der Topographie zu suchen. Auch Wasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Wenn im Osten ein Höhenzug und im Westen Flachland, dann fließt der Fluß halt in westliche Richtung. Sehr gut am Fluß Lena in Sibiren zu sehen. Die Lena fließt erst in nach Ostnordosten, trifft dann auf das Werchojansker Gebirge und ändert daraufhin die Fließrichtung nach nach Nordwesten. Genau anders herum beim Ob ebenfalls in Sibieren. Hier ist die Fließrichtung erst nach Nordwesten, dann trifft der Ob auf den Ural und dreht nach Nordosten ab.
Es gibt allerdings tatsächlich ein Phänomen das auf der Erdrotation bzw. der daraus resultierende Corioliskraft beruht:
Die Corioliskraft führt bei Bewegung auf der Nordhalbkugel zu einer Ablenkung nach rechts (Rechtsablenkung) und auf der Südhalbkugel nach links (Linksablenkung).
Zum Beispiel kommt es bei süd-nordgerichteten Flüssen der Nordhalbkugel auf der Ostseite durch die Rechtsablenkung zu verstärkter Erosion, bei nord-südgerichteten Flüssen ist dies genau umgekehrt. Die Corioliskraft hat aber nur im Unterlauf erkennbaren Einfluss auf das Fließverhalten. Von entscheidender Bedeutung für die Größenordnung dieses Einflusses sind die Wassermassen, die der Fluß führt.
Grüße
Selenit |
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jdu Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 03.12.2005 Beiträge: 3
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| Verfasst am: 03.12.2005 01:58 Titel: |
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Die Corioliskraft ist so exotisch, daß absurde Dinge immer gerne damit erklärt werden. Da gibts zum Beispiel die Urban Legend, daß die Drehrichtung des Strudels, wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht, von der Ciorioliskraft abhängt. Tatsächlich ist diese Kraft so gering, daß sie praktisch keinen Einfluß hat. Aber das Pendel im Deutschen Museum ist schon toll...
Mit dem Nordmeer hab ich mich nie beschäftigt, aber in Norddeutschland ist die Fließrichtung nach nordwest sehr auffällig. Die Erklärung ist einfach: bis vor 10,000 Jahren war Skandinavien von bis zu 3 km mächtigen Gletschern bedeckt. Das Schmelzwasser and den Rändern war überwältigend und reich an Klastika. Entlang des südlichen Eisrandes bildeten sich wie üblich Endmoränen und ein Entwässerungssystem. Da im Westen Frankreich (Zentralmassiv), im Süden die deutschen Mittelgebirge, im Norden und nordosten das Eis und im Südosten die Karpaten waren, konnte die Entwässerung nur nach nordost zur Nordsee erfolgen. Es bildete sich ein Flußsystem parallel zum Eisrand, immer vor der aktuell abgelagerten Endmoräne.
Die damals entstandenen Moränen und Flußläufe haben sich in 10,000 Jahren wenig verändert, vor allem auch weil die Flüsse nach abschmelzen des Eises nur noch ein Bruchteil der damaligen Wassermenge führen. |
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Selenit Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 19.11.2005 Beiträge: 40
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| Verfasst am: 07.12.2005 19:51 Titel: |
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Hi,
« jdu » hat Folgendes geschrieben:
Die Corioliskraft ist so exotisch, daß absurde Dinge immer gerne damit erklärt werden.
...
Tatsächlich ist diese Kraft so gering, daß sie praktisch keinen Einfluß hat.
Bei Wassersystemen stimmt diese Aussage sicherlich. Wie ich oben schon sagte, ist die Topographie schlicht und einfach die entscheidende Größe.
Z.B. bei Windsystemen stimmt diese Aussage nicht. Da ist die Koorioliskraft entscheidend für den unterschiedlichen Drehsinn von Tiefdruck/Hochdruckgebieten auf Nord- und Südhalbkugel.
Grüße
Selenit |
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