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Transformation von Löß

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mre
Foren Neuling
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Anmeldungsdatum: 13.03.2006
Beiträge: 1


Verfasst am: 13.03.2006 10:06    Titel: Transformation von Löß

Weiß jemand etwas über die Transformation /Weiterentwicklung von Löß unter verschiedenen klimatischen Verhältnissen?

Danke
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Verfasst am: 22.11.2008 10:33    Titel: Sponsored Link



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Paketschubser
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 14.03.2006 22:13    Titel:

Sorry aber viel weiß ich nicht, es ist klar das die Bodenbildung(Schwarzerden, Braunerden, Parabraunerden), die Kalklösung- verlagerung (Lößkindel, Lößlehmbildung etc.) im Löß klimaabhängig sind (in den Tropen gibt es keinen Löß, zu warm, zu feucht) und damit ist es auch die Stabilität des Substrates(ausblasung, Erosion). Bevor ich hier aber Blödsinn erzähle, Verweise ich auf eine recht umfangreiche Homepage zum Thema Löß, hab sie zwar nur überflogen, was ich aber gelesen habe machte einen guten Eindruck. Werden halt nicht so viele Kenntnisse vorausgesetzt, sondern es wird viel erklärt. Die Adresse ist:
http://www.makumee.de/Lossforschung/Theorie/theorie.htm
Hoffe wir haben jetzt nicht aneinander vorbeigepostet und Dir hilft das etwas weiter. Gruß das Paketschubserle
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Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.)
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 16.03.2006 17:22    Titel:

bevor allzu viel Freude über den Link aufkommt (Prüfungsvorbereitung...), möchte ich doch warnen, dass die Texte m.E. zahlreiche Fehler und Ungenauigkeiten aufweisen.
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Paketschubser
Vielposter
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 16.03.2006 18:30    Titel:

Aber immerhin ein Einstieg, das Du dich nie!!!!!!!!!!!!!! auf Homepages verlassen kannst ist eh klar. Wenn ich bedenke was für einen Blödsinn nahmhafte Universitäten in´s Netz stellen, dann frag ich mich häufig wieviel Promille die Autoren eigentlich hatten; aber Alkohol reicht da vermutlich nicht einmal. Wie gesagt ich habe den Artikel nur kurz überflogen (Überschriften), nachdem ich jetzt mal den ersten Absatz durchgelesen habe, muss ich Dir natürlich recht geben. Z.B.: Löß ist ein aolisches Sediment, "Schwemmlöss" ist ein fluviatiles Sediment bzw. eine alluviale Ablagerung und kein Löß mehr. Bodenbildung geschieht grundsätzlich in Situ, wenn von angeschwemmten oder umgelagerten Böden gesprochen wird, ist das falsch! Umgelagerte Böden sind Sedimente, nichts weiter. Erst wenn sich auf diesen Sedimenten in situ neuer Boden bildet, ist das auch Boden (im Sinne der Definition), zumindest bis zum nächsten Erdrutsch (bedingte Ausnahme sind Paläoböden, da bin ich mir nicht sicher ob die nicht Paläonböden bleiben). Also diese Definitionen unbedingt beachten. Derartige Fehler (die ich, wie ich zugeben muss, gerne überlese weils eh klar ist) werden in dem Paper mit Sicherheit noch häufiger vorkommen. Dabei war der Begründer der Seite mit "Aufbau und Leitung des Geomorphologischen Labors an der Universität Heidelberg, Vorlesungen über die Grundlagen der Bodenkunde, der Meteorologie sowie der Umweltbelastung" (Auszug) betraut. Ach ja? Kann natürlich daran liegen das der Inhalt dieser Seite "didaktisch" aufbereitet, und dabei zu sehr vereinfacht wurde. Hab mich da wohl ein bisschen von Arbeitsgebiet und Arbeitsplatz blenden lassen(wenn´s denn stimmt was da steht)
I'm sorry! das Paketschubserle
p.S.: Gut das Du drauf aufmerksam gemacht hast Younger Dryas
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 16.03.2006 19:33    Titel:

das mit den umgelagerten Böden (=Bodensedimenten) und den in situ-Bodenbildungen sollte m.E. so sein, wie Du sagst, ist es aber nicht: Die Ad-hoc-AG Boden (2005) [=Bodenkundliche Kartieranleitung 5] bezieht explizit Kolluvisole und Auenböden ein, bei denen die in situ-Pedogenese nicht gesichert bzw. auch nur andiskutiert ist.
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Paketschubser
Vielposter
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 16.03.2006 20:50    Titel:

Moin, Moin Younger Dryas
« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
das mit den umgelagerten Böden (=Bodensedimenten) und den in situ-Bodenbildungen sollte m.E. so sein, wie Du sagst
Hab ich in Bodengeografie und aus dem Scheffer-Schachtschnabel halt mal so gelernt.
« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
ist es aber nicht: Die Ad-hoc-AG Boden (2005) [=Bodenkundliche Kartieranleitung 5] bezieht explizit Kolluvisole und Auenböden ein, bei denen die in situ-Pedogenese nicht gesichert bzw. auch nur andiskutiert ist.
Erstmal muss ich dazu sagen, das ich diese AG nicht näher kenne und daher nicht weiß welche Bedeutung ihre Festlegung hat. Es gibt ja international so viele bodenkundliche Vereinigungen das man sich wundern muß das die Bodenkunde überhaupt so einheitlich ist.
Was Auenböden angeht kann ich das aber nachvollziehen, denn wenn wir mal einen Naturbach (Fluss) nehmen (irgendwo in Sibirien oder Alaska wird es noch einen geben der nicht verbaut ist zwinkert ) dann haben wir alljährliche Überschwemmungsereignisse (Schneeschmelze) mit entsprechender Sedimentation. Diese Sedimentation geschieht immer in den Bachauen (Erlenbruch) und durch die Überschwemmungen wird wahrscheinlich auch leichteres Materiel (Laub,Humus) alljährlich ausgewaschen. Es ist also ein quasi-stationärer Zustand, wenn man eine Bachaue betrachtet. Wann will ich hier von Bodenbildung sprechen? Dieser Wechsel ist es ja, der dort "Boden" bildet. Eine Sonderform, aber ich denke eine sinnvolle Ausnahme. Kolluvisole als Böden zu betrachten halte ich für fragwürdig, so bleiben sie zwar unter vergleichbaren klimatischen Bedingungen (der Transport der Böden erfolgt ja im Nahbereich), wenn sie aber verschüttet werden, sind es meiner Meinung nach Paläoböden, und was ist wenn sich Bodenschollen beim Transport umdrehen? Ah- horizont unten? Oder alles Kolluvisol- scheiß auf Horizonte?
Ein Punkt haben wir noch in Bodengeografie erläutert, nämlich das der Boden im Bezug zum Ausgangsgestein stehen muss. Bei Auen kein Problem, das Ausgangsgestein ist ja das Sediment, aber bei Kolluvisolen? Ich weiß jetzt nicht ob Kolluvisole nur durch "beschränkten" Transport entstehen dürfen, aber bei einer Mure, die über anstehendem Gestein ins Rutschen gekommen ist und nun im Tal über den alluvialen Ablagerungen zum liegen kommt, von Boden zu sprechen und von Bezug auf das Ausgangsgestein, halte ich für falsch. Und gerade das ist doch eine wichtige Unterscheidung zwischen Bodensediment und Boden. Ich habe mal Dias gesehen von Bodenbildungen auf dem Dekan-Trapp in Indien, da hatten sie Bodenprofile ausgegraben, das Problem nur, das anstehende Gestein war nicht einmal oberflächlich angewittert. Es konnte sich nur um Bodensedimente bzw. um Bodenbildung auf diesen Sedimenten handeln.Das anstehende Festgestein kann unter solchen Bedingungen nicht das Ausgangsgestein der Bodenbildung sein(die Inder haben dieses Problem überhaupt nicht gemerkt, war irgendwie XY-Boden über basaltischen Ausgangsgestein). Meiner Meinung nach sind Kolluvisole Ausgangsgestein für die Bodenbildung und nicht Boden(der Übergang ist natürlich fließend[du verstehst! lacht ]. Bei einer "Hangrutschung" von wenigen cm durch Kühe, Geologen oder ähnliche Rindviecher nun gleich von Bodensediment und nicht mehr von Boden zu sprechen ist natürlich übertrieben. (Das haben wir Geo´s aber immer:Was ist ein Findling und was ist anstehendes Gestein? Der Kreidefelsen auf Rügen ist glazial transportiert worden, ein Findling? Durch Hangrutschung vor Millionen Jahren umgelagerte Riffsedimente in den Dolomiten, sprich Gesteine mit Nummuliten in Jurariffen, anstehend oder verbackene Lesesteine(man kann das ganze natürlich polymiktes Konglomerat nennen)? Eine klare Grenzziehung ist halt nicht immer möglich.
Gruß das Paketschubserle
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Younger Dryas
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 17.03.2006 10:31    Titel:

Die Bodenkunde ist alles andere als einheitlich, was insbesondere an den in den einzelnen Ländern unterschiedlichen Klassifikationsansätzen liegt.
Die o.a. KA5 (Bodenkundliche Kartieranleitung 5. Auflage) ist die Bibel der deutschen Bodenkunde; nach ihr muss sich alle amtliche Beschäftigung mit Boden (z.B. als Schutzgut) richten. Sie wird unter wissenschaftlicher Beratung von den zuständigen Landesämtern herausgegeben.
Das Problem bei den Auensedimenten ist die Schwierigkeit, die in längeren Überschwemmungspausen entstandenen autochthonen Böden bzw. deren Eigenschaften von den prinmären Sedimenteigenschaften, welche ja vielfach pedogen vorgeprägt sind, zu trennen. Dennoch stellt die KA5 die Auensubstrate (um es neutral auszudrücken) komplett zu den Böden.
Für Kolluvien, zumindest für eher einfach aufgebaute, ist das was Du schreibst sogar ein wichtiges Erkennungsmerkmal, dass nämlich die ehemaligen Oberböden zuerst abgetragen und dann oft auch abgelagert wurden, ein Kolluvisol als zum Hangenden hin mit einer humusreichen Schicht (von Ah würde ich hier nicht mehr sprechen) einsetzen kann. Obwohl also klar sedimentär, wird auch dies zu den Böden gerechnet.
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Paketschubser
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 17.03.2006 20:41    Titel:

Die spinnen die Bodenkundler, kein Wunder das das bei uns keine Geo´s sind, ist in Kiel eindeutig Agrar. (War mit Prof. Blume sogar mal n´nahmhafter Zweig hier in Kiel, keine Ahnung wie das heute ist).

Aber mal ehrlich, ich hab in Bodengeografie nen Vortrag gehalten und mir als Vorlage ne Diss von den Agralern besorgt. staunt , diese Freak´s haben alle 1m^2 nen neuen Boden gefunden. Wenn wir Geos so kleinräumig arbeiten würden dann gäbe es mehr Gesteinsarten als Jahre seit Entstehung des Universums.
Naja, ein Vorteil hat diese KA5, auch wenn man nicht der selben Meinung ist, man weiß wenigstens wovon die Leute reden!
Gruß das Paketschubserle
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Younger Dryas
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 18.03.2006 11:15    Titel:

wie meinst Du "neuen Boden": einen noch unbekannten oder einfach einen anderen?
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Paketschubser
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 18.03.2006 20:46    Titel:

Natürlich keine "neuen" Böden im Sinne von "noch nie hat ein Menschenauge einen solchen Boden gesehen". Man kann aber, wenn man denn will, sehr viel mit den Bodenhorizonten rumspielen. Was zur Folge hatte, das zum Beispiel ein Knick von 50 cm Höhe und 1m Durchmesser locker Platz für drei unterschiedliche Braunerden bot. Hier lassen sich die Unterschiede vielleicht noch durch die Morphologie erklären (auch Baumbestand auf dem Knick etc.), aber auf der freien Wiese dürfte das auch stark davon abhängen wo ich zufällig bohre. Mit Geschiebelehm bzw. Geschiebemergel habe ich ja auch kein homogenes Ausgangsmaterial. Ich habe ca. 300 Bohrungen im Quartär abgetäuft, wenn ich mich recht erinnere habe ich selten mal einen dm Bohrprofil gehabt, den man nicht hätte, von dem davor oder danach, unterscheiden können. Man muss es nur wollen. Wenn ich dann eine Bohrung um einige dm versetzen musste, weil ich auf einen Findling gestoßen war, hätte ich kommplett neu schreiben können. Es stellt sich mir halt die Frage wie Sinnbehaftet so etwas ist. (Ok,Baugrunduntersuchungen, Brunnenbau etc. haben ein anderes Ziel als Bodenkartierungen). Die Leute haben halt jeden Kiesel interpretiert, doch wo bleibt die Relevantz dieses Kiesels wenn in der Bohrung 1m weiter keiner drinn ist, weil die Bohrung zufällig keinen gefördert hat?(Bohrung von Hand mit Bohrgestänge, Sonde mit offener Nut also gestörte Bodenprobe). Insgesamt reicht es Geologen halt zu wissen wie die Sedimente entstanden sind und wo sie herkommen, wir müssen uns nicht noch damit beschäftigen das man jeden Bodenhorizont in etliche Unterarten unterteilen kann woraus sich dann dutzende von Kombinationen ergeben die doch alle (z.B.) Braunerden sind. Ich kann (in der Geologie) natürlich auch zwischen schwach schluffig, feinsandig; schluffig, feinsandig;schluffig, schwach feinsandig; schwach schluffig; schwach feinsandig etc. unterscheiden und das mit den drei Hauptkomponenten eines Bodens (Boden hier im Sinne von Baugrund, also geologisch Sediment) und alle paar cm? Viel Spass! Unsere Bodenkundler haben sich natürlich nicht auf die Hauptkomponenten beschränkt! Gruß das Paketschubserle
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Younger Dryas
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 18.03.2006 21:15    Titel:

ich würde mal sagen, das ist die Kunst des geübten Bodenkartierers, womit er sich vom Laien unterscheidet: Er kann das System dahinter erkennen und kommt mit einer brauchbaren und reproduzierbaren Bodenkarte heraus. Wobei ich zugebe, dass Jungmoränenlandschaften etc. wahrlich nicht traumhaft zu kartieren sein dürften (ich arbeite im wesentlichen in Mittelgebirgen und neuerdings ein wenig auf Löß, da ist alles etwas einfacher).
In den Gebieten, in denen ich etwas mehr Erfahrung habe - um ein klein wenig zu frotzeln und zu kontern zwinkert - stimmen die geologischen Karten nicht, die Bodenkarten dagegen eher.
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Paketschubser
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 18.03.2006 22:48    Titel:

Genau das ist es ja, das System ist schon klar und das ein Bodenkundler eine reproduzierbare Bodenkarte erstellt will ich gar nicht bezweifeln. Aber ich möchte mal die Bodenkarte sehen bei der ein 500m^2 Grundstück in 100 Parzellen (etwas übertrieben) unterteilt ist. Darum gibt es Bodenarten, damit man da was zusammenfassen kann. War natürlich interessant das man, anhand der Morphologie, eh hätte sagen können wie sich ein Boden verändert wenn man ein bischen Hangabwärts oder Hangaufwärts geht. Das Beispiel war natürlich auch ein extremes, weil halt eine Doktorarbeit; ich denke mal das Du dich keine drei Jahre mit nem paar ha beschäftigen wirst (keine Ahnung wieviel Fläche das wirklich war, waren 2 Schläge). Und was die geologischen Karten angeht, so haben Bodenkundler es auch etwas einfacher, euer Forschungsobjekt ist zugänglich und ihr könnt beobachten wie es entsteht (zum Teil zumindest). Auch in Jungmoränenlanschaften; Du hast natürlich recht, das hier alles ein bisschen schwieriger ist.
Ich habe zum Beispiel mal eine Bohrung abgetäuft um zu sehen ob auf einem Gelände ein Brunnenbau lohnt. Unter dem Boden ca 50cm Lehm dann 4m Mergel dann Findling,nichts ging mehr. Also mit dem Grundstückseigentümer besprochen den Bohrpunkt um ca. 2m zu versetzen. Wieder unter dem Boden ca. 50cm Lehm dann ca. 6m Torf staunt , und so geht das hier abgesehen vom Klei und den Sanderflächen ständig.
Bohrung auf einer Endmoräne bis zu ca. 40 m über der Umgebung, sollte Mergel oder zumindest unsortiertes Moränenmaterial sein, sagen die Lehrbücher. War aber gut sortierter Kies in gradierter Schichtung! Wer weiß wie es 50m weiter aussieht? Das macht die Sache spannend aber auch schwierig.
Und nochmal, was die geologischen Karten angeht, ich habe noch keine gesehen die stimmt. Ich schreibe gerade meine Diplomkartierung und habe in einem Gebiet kartiert, über das es eine geologische Karte gibt, da stimmt nicht viel mehr als die Ortsnamen(übertrieben ausgedrückt). Und das coole cool ich habe zwei Diplomkartierungen vorliegen die sich mit meinem Gebiet überschneiden. In allen drei Arbeiten erschien bzw. erscheint ein Foto von der selben Stelle des selben Aufschlusses, unabhängig voneinander gemacht, mit drei verschiedenen Gesteinsansprachen. Und das sind alles Arbeiten aus den 90 ern - 2000 dern, das geht so seit ca. 100 Jahren. Ein extremes Beispiel aber ein extrem lustiges wie ich finde(scheiß Ostalpin, leider gibt es keinen "ich kotze Smily"). Und um einer Frage vorzubeugen: Nein, meine Kartierung wird auch nicht stimmen, sie wird eine Hypotese hinzufügen und ein paar Vorschläge machen wie man weiter vorgehen kann. In ein paar Jahren wird dann ein Diplomand, mit 3 Diplomkartierungen unter dem Arm und mehreren dutzend widersprüchlicher Puplikationen im Kopf, durch das Gebiet stapfen und sagen: " Ich weiß ja nicht welche Drogen die genommen haben, aber die will ich auch"!
Man muss aber zugeben das es auch durchaus sachlich richtige und reproduzierbare Karten gibt, hängt halt immer davon ab wie schwierig das Gebiet ist.
Gruß das Paketschubserle
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 19.03.2006 11:42    Titel:

In Deiner größten Not kommt Hilfe, hier das gesuchte "Smilie":

[Platzhalter für ein Bild]
oder das:

[Platzhalter für ein Bild]

Am einfachsten sollte eigentlich die geol. Kartierung im Schichtstufenland sein - aber genau da finden sich die gleichen Probleme. M.E. sind die auch methodischer Art bzw. gründen in der Ignoranz mancher dort Kartierender bezüglich der Prozesse, die in jüngster Vergangenheit abgelaufen sind ("quartärer Dreck").[Platzhalter für ein Bild]
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Paketschubser
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 20.03.2006 02:28    Titel:

"Quartär ist der Dreck der die Geologie verdeckt", den Spruch hab ich auch schon zu oft gehört [Platzhalter für ein Bild]. Natürlich ist das Quartär nicht "die Geologie", aber ein Teil davon. Und was das Erscheinungsbild unseres Planeten angeht ein sehr wichtiger. Ozeane und Gebirge wurden zwar nicht im Quartär gebildet aber sie erhielten ihr heutiges Erscheinungsbild. Nicht zuletzt auch was die Entwicklung des Menschen angeht ist das Quartär prägend. Es gibt leider zu viele Geologen die ausschließlich z.B. mit Hardrocks arbeiten oder nur tektonisch interessiert sind. Da hat das Quartär natürlich nicht viel zu bieten, aber wenn man sich zu sehr auf das versteift was man selbst für "die Geologie" hält, ist man in seiner Wahrnehmung zwangsläufig beschränkt und sieht keinen Millimeter über den Tellerrand. Ich hatte (fast) immer das Glück mit Prof´s unterwegs zu sein die sich neben ihrem Fachgebiet in der Geologie auch für die Geologie, die Natur und die Welt im allgemeinen (und was sie uns so bietet z.B. Rotwein,Rotwein,Rotwein, Rotwein,... ach ja und Weißwein zum kochen.) interessiert haben. Mal ernsthaft, wenn Du die Geologie nicht frei schwebend im Raum wahrnimmst, sonder als einen der prägenden Prozesse unseres Planeten, dann kannst Du nicht vor dem Quartär aufhören (der Prof der mich bei meiner Kartierung betreut ist übrigens Paläo-Ozeanograph und findet Quartär, auch auf dem Festland, total spannend, obwohl das weder mit seiner Professur noch seinem "Hobby" dem Schweizer Ostalpin viel zu tun hat). Geologie passiert auch heute, Evolution passiert heute. Diese Leute die ihren Horizont freiwillig und selbstständig beschränken kann und will ich nicht verstehen. Aber anstatt auf Exkursionen ständig Diskussionen zu führen bin ich dazu übergegangen auf diese Leute einfach:[Platzhalter für ein Bild]
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 20.03.2006 13:56    Titel:

lieber Paketschubser, es ist schade, dass du so vernünftig bist. Ich wollte eigentlich ein wenig streiten, aber Du bist einfach nicht zu provozieren grinzt
Dein Avatar ist Programm Respekt
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