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Beweis


 
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
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Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 22.04.2006 19:25    Titel: Beweis

Ich würde gerne eine Diskussion anregen zum Thema:

Gibt es in den Geowissenschaften Beweise?

Ich stelle eingangs die Behauptung auf:

In den Geowissenschaften gibt es nur Hypothesen und Theorien, aber keine unumstößlichen, auf Dauer bewiesenen Lehrsätze. Lediglich die Falsifikation einer Hypothese/Theorie ist möglich und eigentlich wächst die Wissenschaft nur dadurch.

Dieser Gedanke hätte wichtige Konsequenzen für alles wissenschaftliche Arbeiten, denn ein Wissenschaftler wäre dann gut beraten, nicht "Beweis" auf "Beweis" für seine Hypothese zu häufen, sondern seine Hypothese auf den Prüfstand zu stellen indem er Gegenbelege sucht. Erst wenn er diese nicht findet, kann er seiner Hypothese vertrauen (ohne aber je definitiv sicher sein zu können).
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Paketschubser
Vielposter
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 22.04.2006 20:26    Titel:

Gilt das nicht für alle Wissenschaften?
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Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.)
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Selenit
Fortgeschrittener User
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Anmeldungsdatum: 19.11.2005
Beiträge: 40


Verfasst am: 22.04.2006 20:35    Titel:

Hi,
« Paketschubser » hat Folgendes geschrieben:
Gilt das nicht für alle Wissenschaften?
Ganz deiner Meinung. gut Da muß man nur mal in der Physik ins letzten Jahrhunderts gehen, ich sag nur Einstein oder Heisenberg.

« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
In den Geowissenschaften gibt es nur Hypothesen und Theorien, aber keine unumstößlichen, auf Dauer bewiesenen Lehrsätze.
Dem würde ich so nicht ganz zustimmen. neenee
Zum Beispiel gibt es die "Theorie" (frag mich jetzt nicht wie die heißt oder wortwörtlich lautet), die besagt, dass bei ungestörten Lagerung die untere Schicht älter ist als die darüberliegende Schicht.
Es dürfte schwer werden dies zu widerlegen ohne mit dem Wörtchen ungestört in Konflikt zu geraten. Bin mal gespannt wie du das schaffst.

Grüße
Selenit
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
Fortgeschrittener User



Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 23.04.2006 10:39    Titel:

Zitat:
untere Schicht älter ist als die darüberliegende Schicht

selbst in der scheinbar real existierenden Welt kein Problem: Grundwasseranreicherung, Anreicherung von Substanzen im Durchgriff (bspw. Dolomitgenese), Mineralpseudomorphosen, Löß unter Wüstenpflastern, ...

Das tangiert aber natürlich nicht das Grundproblem dieser Diskussion: Ist damit, dass das stratigraphische Prinzip (sP) bisher meist zu funktionieren scheint, definitiv ausgeschlossen, dass es einen anders gelagerten Fall geben kann?
Eine ungestörte geologische Situation gibt es nicht (Bsp.: Diagenese). Die Grenze zwischen einer Störung, die das sP erhält, und einer, die das nicht tut, ist also willkürlich und kann sich im Einzelfall als falsch herausstellen.
Ferner: Was definierst Du als oben, was als unten? Ist Diagenese eine Störung (schließt Du also alle diagenetisch verfestigten Gesteine aus der Gültigkeit des sP aus)?

Ich behaupte, dass es eine unbeweisbare aber wohl derzeit auch unwiderlegbare Hypothese gibt, die jegliche geologische Argumentation ad absurdum führt.
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Selenit
Fortgeschrittener User
Fortgeschrittener User



Anmeldungsdatum: 19.11.2005
Beiträge: 40


Verfasst am: 23.04.2006 11:40    Titel:

Hi,
« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
Ich behaupte, dass es eine unbeweisbare aber wohl derzeit auch unwiderlegbare Hypothese gibt, die jegliche geologische Argumentation ad absurdum führt.
Das mag sein. Aber warum beziehst du dich dabei nur auf die Geologie? Diese Aussage trifft genauso auf alle anderen Wissenschaften zu.

Bis jetzt war es in allen Wissenschaftsbereichen so, dass mit wachsendem Wissen neue Erkenntnisse erworben wurden, die alte 'Regeln', 'Prinzipien' etc. ab absurdum geführt haben. Allerdings auch solche erworben wurden, die Altes bestätigt haben.

Es ist also kein alleiniges "Problem" der Geologie. Und wenn es dieses "Problem" nicht gäbe, warum sollte man dann noch weiter forschen. Das wäre doch viel langweiliger. zwinkert

« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
selbst in der scheinbar real existierenden Welt kein Problem: Grundwasseranreicherung, Anreicherung von Substanzen im Durchgriff (bspw. Dolomitgenese), Mineralpseudomorphosen, Löß unter Wüstenpflastern, ...
Das mag ja stimmen, einzelne Minerale etc. sind dann in der unteren Schicht neuer als in der oberen. Das ändert aber nichts daran, dass die untere Schicht stratigraphisch älter ist als die darüberliegende Schicht.

« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
Was definierst Du als oben, was als unten?
Da brauche ich bei einer ungestörten Lagerung nichts definieren. Was das hangende und liegende bei einer ungestörten Lagerung ist, ist klar definiert.

« Younger Dryas » hat Folgendes geschrieben:
Ist damit, dass das stratigraphische Prinzip (sP) bisher meist zu funktionieren scheint, definitiv ausgeschlossen, dass es einen anders gelagerten Fall geben kann?
Das bestreite ich nicht. Mich würde aber schon interessieren, wie du das hinbekommen möchtest und eine ungestörte Lagerung beibehalten willst.

Grüße
Selenit
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
Fortgeschrittener User



Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 23.04.2006 12:16    Titel:

Natürlich gilt das Gesagte, wie ja auch schon Schubsi bemerkte, für alle Wissenschaften. Aber dies hier ist halt mal ein Geosci-Forum.

Zitat:
dass die untere Schicht stratigraphisch älter ist als die darüberliegende Schicht
gilt z.B. nicht für Löß unter Wüstenpflastern, auch wenn Du Dich auf mein Einzel-Mineral-Gefitzel nicht einlassen willst.

Zitat:
Was das hangende und liegende bei einer ungestörten Lagerung ist, ist klar definiert
Je näher Du an Dein Sediment herangehst, desto schwieriger wird es zu entscheiden, ob ein hangendes Partikel tatsächlich älter ist als ein liegendes.

Zitat:
Das bestreite ich nicht
ist die entscheidende Aussage. Wie das passieren könnte ist eher nebensächlich.
Physiker sagen z.B., dass es nur eine statistisch extrem wahrscheinliche Vorhersage ist, dass ein Apfel Richtung Erdmittelpunkt fallen wird. Es sei der umgekehrte Fall aber nicht ausgeschlossen. Wenn man das auf Sedimentationsprozesse überträgt...
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Paketschubser
Vielposter
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 24.04.2006 01:07    Titel:

Wenn YD mich jetzt schon Schubsi nennt, will ich ihr auch gleich mal unter die Arme greifen. Man denke zum Beispiel an Tropfsteine. Diese wachsen von oben nach unten, sind also oben älter. Das gilt streng genommen auch für viele Quelltuffe, ist aber natürlich alles Kleinräumig. Es ist auch zu Fragen ob es ungestörte Lagerung überhaupt gibt, also zum Beispiel Bioturbation oder die angesprochene Mineralverlagerung nicht überall in gew. Maße stattfindet. Wir haben hier oben bedeutende Ortsteinvorkommen in Podsolen (glaube ich, korrigiere mich ruhig YD). Die sind eine Schicht die aus den darüberliegenden Schichten entstanden ist (Eisenverlagerung). In Riffen ist auch häufig zu sehen das unten jüngeres Material lagert als oben, weil dieser Riffschutt durch Stürme verlagert wurde. Natürlich ist die Lagerung gestört, aber kann ich das immer sicher entscheiden?
Wir haben auf jeden Fall ziemlich dämlich dreingeschaut als wir mal in einem Jurariffkomplex große Nummuliten gefunden haben und nicht zu erkennen war das irgendwo eine Störung der Lagerung stattgefunden hat. Abgesehen davon sinken Riffe in den Meeresboden ein, durch ihr Eigengewicht, auch eine Störung natürlich, aber zum Teil schwer zu erkennen. Generell trifft das sP aber zu glaube ich, es lassen sich aber für jedes Prinzip Ausnahmen finden.
Gruß das Schubsi Kängi konfus
PS: Liebe Younger Dryas, dein Argument mit dem Apfel halte ich aber für sehr dünn. Natürlich könnte er auf einen Atomkern treffen und eine Kernspaltung verursachen oder so. Aber wollen wir beide uns im Herbst mal unter einen Apfelbaum setzen und drauf warten? Das einzige was passieren wird ist das uns ständig Äpfel auf die Köpfe fallen befürchte ich. Ich schau mir aber gerne an wenn Du mal einen Apfel findest der nach oben fällt, wohin würde er denn Fallen? Wenn wir natürlich in den Einzugsbereich eines schwarzen Loches kommen............ Dann is aber eh Essig mit Geologie.
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Younger Dryas
Fortgeschrittener User
Fortgeschrittener User



Anmeldungsdatum: 16.03.2006
Beiträge: 110


Verfasst am: 24.04.2006 11:04    Titel:

wenn die Stringtheorie richtig ist, dann ist eine Konstellation von Parametern errechenbar, unter der die Schwerkraft aufgehoben wird. Ansonsten: Super Beispiele!
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Paketschubser
Vielposter
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 140


Verfasst am: 24.04.2006 11:22    Titel:

Du willst ja nur nicht mit mir unterm Apfelbaum sitzen(schmoll).
Ernsthaft ich kenne mich mit der String Theorie nicht aus, weiß halt nur das sie auch den merkwürdigen Urknall erklären kann. Vielleicht sollte ich mich mal ein bisschen mehr mit Strings zwinkert beschäftigen wenn ich wieder mehr Zeit habe.
Und danke für das Lob
Gruß das lol Schubsi
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Geofreak
Fortgeschrittener User
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Anmeldungsdatum: 22.11.2005
Beiträge: 47


Verfasst am: 03.05.2006 20:36    Titel:

Stringtheorie...
Also um es kurz für den Herrn Paketschubser zu erklären:

Das Standardmodell ist unbeholfen und unvollständig, denn es sagt nichts über Gravitation aus. Man kann suchen wo man will, aber nirgends wird man eine Erklärung dafür finden, warum wir nicht ziellos durch den Raum schweben sondern vielmehr auf unseren Beinen stehen (damit bietet es auch keine Erklärung für die Masse!). Um die Masse von Teilchen zu diskutieren muss man das Higgs-Bosom ansprechen, dessen Existenz momentan noch nicht bewiesen ist. In dem Versuch alle Theorien unter einen Hut zu bringen erschufen die Physiker die Superstringtheorie. Danach sind alle Teilchen (Quarks, Leptonen usw.) sogenannte "Strings", Energiestränge, die in elf Dimensionen schwingen (die drei, die wir kennen, die Zeit und sieben weitere). Die Strings sind so klein, dass man sie als punktförmige Teilchen betrachten kann. Die zusätzlichen Dimensionen dienen allein der kompaktifizierung der Theorie.

Michio Kaku (Physiker) zur Entstehung des Universums: "Der heterotische String besteht aus einem geschlossenen String mit zwei Schwingungsmoden, im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn, die unterschiedlich behandelt werden. Wenn die Schwingungen gegen den Uhrzeigersinn verlaufen ist ein sechsundzwanzigdimensionaler Raum notwendig, wobei sehzehn Dimensionen Kompaktifiziert sind." (in Kaluzas ursprünglicher Theorie wurde die fünfte Dimension kompaktifiziert, indem man sie zu einem Kreis aufwickelte) usw. (430 Seiten geht das so weiter)

Aus der String-Theorie ging dann die M-Theorie hervor in denen sogenannte Membranen vorkommen (manche Physiker nennen sie schlicht "Branes").

Wenn man das Thema mit einem Satz zusammenfassen sollte würde ich den Satz der New York Times schreiben:
"Der ekpyrotische (vom griechischen Wort für Feuersbrunst) Prozess beginnt weit in der unendlichen Vergangenheit mit zwei flachen, leeren Branes, die parallel zueinander in einem verzerrten fünfdimensionalen Raum liegen. Die beiden Branes, die die Wände der fünften Dimension bilden könnten in der noch weiter entfernten Vergangenheit durch eine Quantenfluktuation aus dem Nichts entstanden und dann auseinander getrieben sein."

Anbei: über dieses Thema kann man nicht diskutieren.

Gruß, der Geofreak
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Als ich besoffen war habe ich auch schon mal den Mond angepinkelt. Bisher konnte mir niemand beweisen, dass ich nicht getroffen habe
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