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Angewandte Mikropaläontologie / Ölvorkommen
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| Autor |
Nachricht |
crueger Foren Amateur

Anmeldungsdatum: 03.09.2006 Beiträge: 20
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| Verfasst am: 23.03.2007 15:26 Titel: Angewandte Mikropaläontologie / Ölvorkommen |
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Bonner Fossilforscher lassen Ölquellen sprudeln
Frankreich, England, Schweden, Indonesien, Libyen, USA: Aus der ganzen
Welt kommen mehr als 20 Fachleute aus Forschung und Industrie, die vom
27. bis 31. März am Institut für Paläontologie der Universität Bonn
zu Gast sind. Ihr Ziel: Die noch vorhandenen Ölvorkommen genauer zu
lokalisieren und besser zu nutzen. Dabei helfen ihnen winzige
versteinerte Einzeller.
Bereits zum vierten Mal bietet Professor Dr. Martin Langer zusammen
mit Partnern der Explorationsindustrie eine Ausbildung in "Angewandter
Mikropaläontologie" an. Neben Masterausbildungen in London und Texas
ist es der weltweit einzige Intensivkurs. Wissenschaftler und
Industrielle reisen jährlich aus der ganzen Welt an - in steigender
Zahl: "In diesem Jahr hatte ich fast 80 Anmeldungen auf dem Tisch",
erzählt Professor Langer. Den Explorationsfirmen mangelt es nämlich an
Fachleuten, die eine alte Kunst beherrschen: Die Analyse winziger
Mikrofossilien, die Hinweise auf Ort, Verlauf und Größe von Öl- und
Gaslagerstätten geben.
Der globale Energiebedarf und damit der Druck, Erdöl und Erdgas zu
finden, steigen stetig, und eine optimale Ausbeutung der Lagerstätten
ist heute wichtiger denn je: Die Produktionskapazitäten bewegen sich
auf ihren Peak zu, allmählich werden die natürlichen Ressourcen knapp.
"Die fossilen Rohstoffe liefern wahrscheinlich noch 60 bis 80 Jahre
lang überlebensnotwendige Energie. Mit optimalen Strategien kann das
Produktionsmaximum hinausgezögert werden", so Professor Langer.
Die Erdölindustrie besinnt sich mit der Nutzung der Mikropaläontologie
auf ihre Wurzeln: Früher beschäftigten alle Explorationsfirmen eigene
Fossilexperten. Zu Beginn der achtziger Jahre versprach man sich durch
den Einsatz der Seismik bessere Erträge. Um den begehrten
Energieträger aufzuspüren, schicken die Firmen dabei seismische Wellen
in den Untergrund. Ähnlich einem Ultraschallbild liefert deren
Ausbreitung und Reflexion ein tomographisches Bild vom Schichtverlauf
der Gesteine und zeigt dem geschulten Auge mögliche Lagerstätten.
Zahlreiche Mikropaläontologen wurden entlassen; entsprechend schlecht
steht es heute um den Nachwuchs.
Die neue Technik hielt aber nicht, was sie versprach: "Die Auflösung
der Seismik liegt nur bei etwa 100 Metern. Meist sind die Lagerstätten
nur 20 bis 30 Meter mächtig", erklärt Professor Langer. "Außerdem
lagern die erdölführenden Gesteinsschichten nicht immer horizontal,
oft sind sie gefaltet, in unterschiedlich große Reservoire
fragmentiert oder sogar plötzlich um mehrere Zehnermeter gegeneinander
versetzt." Die Firmen bohren also oft in der falschen Tiefe oder
können dem Verlauf der ölführenden Schicht nicht folgen. "Das kostet
nicht nur Zeit sondern verschlingt enorme Mengen Kapital", weiß
Langer. "Gelangt die Bohrung aus dem Reservoir in "trockenes" Gestein
wird die Lagerstätte häufig zu früh aufgegeben. Fragmentierte
Lagerstätten werden so nicht erreicht und die gesamte Quelle nur
teilweise genutzt".
Ganz andere Methoden wendet die Mikropaläontologie an: Der Fachmann
untersucht während der Bohrung ständig Proben des Gesteins, das nach
oben befördert wird. Mikrofossilien verraten die Lage, Ausdehnung und
Position der ölführenden Schichten, die in mehreren Kilometern Tiefe
durch Druck und Temperatur aus organischem Material entstanden sind.
An Hand der schichtweisen Zusammensetzung und Verteilung dieser
versteinerten Mikroorganismen weiß der Experte auch, ob die Bohrung
höher oder tiefer platziert oder umgelenkt werden muss, wenn sie
plötzlich in trockenem Gestein steckt. So ist es möglich, der
Lagerstätte bis auf einen Meter genau zu folgen.
Der Bedarf an entsprechend ausgebildeten Fachleuten ist enorm. "Es
wird in Zukunft einen großen Bedarf an gut ausgebildeten
Mikropaläontologen geben", freut sich Professor Langer. "Die Industrie
besinnt sich wieder um und der Erfolg gibt uns Recht". Die
Mikropaläontologie der Universität Bonn ist so zu einem
internationalen Anlaufpunkt für diese fast vergessene
Forschungsrichtung geworden. Im Jahr 2010 wird Bonn sogar
Austragungsort des größten Mikropaläontologenkongresses für Fachleute
aus Industrie und Forschung.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V. / Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn |
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fumi Foren Neuling

Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 13
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| Verfasst am: 27.05.2007 10:07 Titel: |
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ansich toll....
nur das bei dem kurs alle angemeldeten studentischen teilnehmer am ersten tage rausgeschmissen wurden, weil "kein platz" war.. die zahlenden teilnehmer von den großen ölfirmen waren natuerlich vorzuziehen.... |
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