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volker Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 26.01.2007 Beiträge: 42
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| Verfasst am: 02.02.2007 21:35 Titel: Gerölle am Niederrhein - rezent oder eiszeitlich. |
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Hallo zusammen,
die Rheinufer zwischen Köln und Düsseldorf (sicherlich auch anderswo) sind zum Teil durch etwa faustgroßes Geröll geprägt. Meine Frage ist, ob der Niederrhein derartig große Gerölle auch heute noch bewegt oder ob diese auf eine erheblich höhere Wasserführung beim Abtauen der eiszeitlichen Gletscher zurückzuführen sind. _________________ Gruß, volker
(siehe auch www.geoversum.info) |
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max Foren Amateur

Anmeldungsdatum: 13.03.2005 Beiträge: 19
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| Verfasst am: 18.02.2007 19:25 Titel: |
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Guten Tag Volker,
entscheidender Faktor für die Flußerosion ist die Fließgeschwindigkeit.
Die steigt natürlich bei hochwasserführenden Flüssen, welches ja auch rezent alljährlich eintritt.
Jeder Fluß erodiert und transportiert Stein- und Sedimentmaterial. Im Besonderen kann solch ein verstärkter Prozess auch durch Eisgang ausgelöst werden.
Losgerissen wird das Material an der Flußsohle ebenso wie an den Rändern des Flußbettes.
Beispielsweise der Missisipi transportiert im Jahr 40.Millionen Tonnen an
Geröll und Sand. Zusätzlich 342 Millionen Tonnen Feinmaterial jährlich.
(Kuntze/Röschmann 1994).
Da wird uns also auch der Rhein Material aus allen Zeiten präsentieren und dies selbstverständlich auch faustgroß und größer.
mit freundlichem Gruß Max |
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volker Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 26.01.2007 Beiträge: 42
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| Verfasst am: 18.02.2007 19:34 Titel: |
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Danke für die Antwort max,
kann man irgendwie von det Geröllgröße auf die maximale Fließgeschwindigkeit (bei Hochwasser) schließen? Ich gehe davon aus, dass selbst bei Hochwasser die Fließgeschindigkeit am Grund oder an den Ufern wegen der Reibung recht klein ist. Deshalb wunderte ich mich über die Größe der Gerölle. _________________ Gruß, volker
(siehe auch www.geoversum.info) |
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max Foren Amateur

Anmeldungsdatum: 13.03.2005 Beiträge: 19
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| Verfasst am: 18.02.2007 20:23 Titel: |
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Hallo Volker,
da hab ich so meine Bedenken ob ein Fachmann für Strömungstechnik aus der Größe der Steine die Fließgeschwindigkeit errechnen kann.
Zu viele unbekannte Faktoren spielen dabei eine Rolle. Beispielsweise die Herkunft des Gesteins. Art des Ursprungsgesteines, dessen Härte.
Wechselndes Geländegefälle im Flußverlauf und die dadurch verursachten Strömungsveränderungen . Man denke zum Beispiel an
rückläufige Strömungen in mäandrierenden Flußläufen und an die Strömungsverhältnisse an Prellhängen..
Die Beschaffenheit der Sohle spielt hierbei sicherlich eine große Rolle. Gerade am Grund entsteht durch die von dir angedeutete Reibung eine Strudelbildung welche unter bestimmten Gegebenheiten oft riesige Löcher in das Flußbett reißt.
Die an der Sohle durch Reibung erzeugte Fließhemmung führt auch zu rotierenden Wasserwalzen welche wiederum zu anderen Bedingungen führt.
Möglicherweise gar nicht berücksichtigen lassen sich Beeinträchtigungen durch unregelmäßigen Schiffsverkehr, zum Beispiel tiefgehende Schiffe, deren Saugwirkung und Beeinträchtigungen durch Schraubenbewegung.
mit freundlichem Gruß Max |
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steinlaus Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 52
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| Verfasst am: 18.02.2007 21:20 Titel: |
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Hallo Volker,
die Fliessgeschwindigkeiten für den Transport verschiedener Korngrössen lassen sich aus dem HJULSTRÖM-Diagramm (Darstellung des Zusammenhanges zwischen Fliessgeschindigkeit und Korngrösse incl. Bereiche Erosion-Transport-Sedimentation) ablesen. Leider habe ich momentan keine Abbildung parat.
Gruss
steinlaus |
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volker Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 26.01.2007 Beiträge: 42
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| Verfasst am: 19.02.2007 09:56 Titel: |
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Hallo zusammen,
steinlaus lieferte das entscheidende Stichwort. Eine Darstellung des HJULSTRÖM-Diagramms findet man auf Seite 8 eines PDFs:
www.bodenkunde.uni-freiburg.de/objekte/Erosion
Demnach sind etwa 1-2 m/s Fließgeschwindigkeit für den Transport etwa faustgroßer Gerölle erforderlich. Dass diese Größenordnung vom Niederrhein bei Hochwasser erreicht wird, erscheint mir realistisch. Man muss ja auch berücksichtigen, dass es für den Transport genügt, wenn diese Werte wiederholt als lokale Spitzenwerte erreicht werden.
Meine ursprüngliche Frage ist damit beantwortet:
Die Niederrheingerölle werden auch heute noch verlagert. _________________ Gruß, volker
(siehe auch www.geoversum.info) |
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Younger Dryas Fortgeschrittener User

Anmeldungsdatum: 16.03.2006 Beiträge: 110
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| Verfasst am: 22.02.2007 20:16 Titel: |
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| Die Angelegenheit wird dadurch kompliziert, dass zwar der Rhein gelegentlich die kritische Fließgeschwindigkeit überschreitet, die passende (=maximal mögliche Korngröße) aber i.d.R. nicht durch die Hangdenudation zur Verfügung gestellt wird. Deshalb gelangt solches Material nur in den Fluss, wo es aus der letzten Kaltzeit noch ansteht. Von daher sind die Schotter 'ne Art "Zwitter"; sie wurden in der Kaltzeit in den Fluss verbracht und transportiert, heute dagegen nur noch gelegentlich umgelagert. |
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